Julian Steiger - Bauführerpraktikant

#

Mit der dreijährigen Weiterbildung zum Bauführer geht Julian Steiger seinen Weg in der Baubranche gezielt weiter. Seit dem 1. April 2018 absolviert er das Praxisjahr bei der Max Fischer AG in Lenzburg.

Chris Regez im Gespräch mit Julian Steiger

CR: Wie ist Ihr bisheriger beruflicher Werdegang?

Julian Steiger: Die Branche fasziniert mich seit meiner Jugend. Nach der dreijährigen Maurerlehre, und der RS, arbeitete ich für einige Zeit als LKW-Fahrer, bevor ich die Vorarbeiterschule absolvierte. Danach arbeitete ich als Polier, bevor ich als Junior Bauführer ins Büro eines Baugeschäfts wechselte.

Weshalb haben Sie sich entschieden, die Ausbildung zum Bauführer zu absolvieren?

Mit 25 Jahren ist die Zeit gekommen, einen weiteren Schritt in meiner beruflichen Karriere zu gehen. Dazu kommt, dass die Bauführerausbildung in der Branche einen sehr hohen Stellenwert geniesst. Dank dem vermittelten Stoff bin ich auf dem aktuellsten Wissenstand.

Worin liegen bei der Ausbildung Ihre, grössten Herausforderungen?

Nochmals die Schulbank zur drücken, war etwas gewöhnungsbedürftig.

Hilft Ihnen Ihr bisheriger Werdegang beim Erlernen des Schulstoffes?

Ja, das kann man so sagen. Es ist sogar ein riesiger Vorteil. Als gelernter Maurer habe ich das Grundwissen natürlich von der Pike auf erlernt.

Weshalb haben Sie sich um eine Praktikumsstelle bei der Max Fischer AG beworben?

Das Unternehmen geniesst einen hervorragenden Ruf und ist in Lenzburg und Umgebung bestens verankert. Die Max Fischer AG verfügt über eine gute und überschaubare Grösse. Ich habe hier die Möglichkeit, meinen Horizont (ausserhalb des elterlichen Betriebes) zu erweitern. Jemand aus meinem Umfeld gab mir den Tipp, mich hier zu bewerben.

Was gefällt Ihnen bei der Max Fischer?

Der Umgang untereinander ist sehr gut und ich wurde von Anfang an gut aufgenommen. Es gefällt mir auch wie die Max Fischer AG in Lenzburg und Umgebung verwurzelt ist. Ich habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt.

In welchen Bereichen haben Sie in der Bauschule Neues erlernt?

Gerade in den Bereichen Arbeitsmethodik habe ich viel mit auf den Weg genommen. Ich lernte zudem, wie man die Arbeiten auf einer Baustelle von A bis Z erfolgreich durchführt und abschliesst.

Können Sie genauere Beispiele nennen?

Die Bereich Kalkulation und Ausmessen waren für mich neu. Zum Glück kann ich die erlernte Theorie im Praktikum anwenden. Den durch die praktische Umsetzung kann man sich den Stoff besser merken und versteht besser wie alles zusammenhängt.
Ein Beispiel ist hier die Erstellung von Offerten. Gerade hier hilft mir meine frühere praktische Tätigkeit auf den Baustellen enorm.

Können Sie das noch etwas genauer beschreiben?

Ich kann mir bei den zu berechnenden Offerten gut vorstellen, wie sich die Situation auf der Baustelle später, bei der Ausführung, tatsächlich präsentieren könnte. Ohne dieses Praxiswissen wäre es sehr schwierig. Ich muss die Pläne und gegebenen Vorgaben genau studieren und verstehen. Oft zeichne ich mir selber auch gewisse Details, um mir etwas besser vorzustellen.

Können Sie uns ein Beispiel aus ihrer täglichen Arbeit bei der Max Fischer AG nennen?

Ein aktuelles Projekt sind der Aushub und der Bau eines Schachtes mit einer Tiefe von 3,5 m und einem Durchmesser von 2,7 m. Meine Aufgabe war es, auf Grund des Planes und des Bodengutachtens die Umsetzung zu planen und zu koordinieren. Im ersten Schritt machte ich mir Skizzen, bevor ich mich mit der konkreten Umsetzung beschäftigte. Dabei halfen mir meine Vorstellungskraft sowie meine Erfahrungen als Polier. Stichworte zu den zu beachtenden Punkten waren Aushub, Zeitplan, Bodenbeschaffenheit, das Material des Schachtes, Arbeitssicherheit, benötigte Maschinen und Materialien sowie das Einfüllen und Verdichten nach dem Einbau des Schachtes. Ebenso wichtig war die Verschiebung des vorgefertigten Schachtes vom Lastwagen in das ausgehobene Erdreich. Immerhin wog der Kunststoffschacht 2,5 Tonnen.

Wie sind Sie vorgegangen?

Ich habe mich ins Projekt eingearbeitet und mich bei diversen Personen informiert, um mir ein Bild machen zu können. Für mich war es wichtig, die Zusammenhänge zu erkennen. Ich musste die Funktionsweise des Schachtes verstehen, um auf alle möglichen Szenarien, wie z.B. Regen oder schlechter Boden vorbereitet zu sein.

Was gefällt Ihnen am Praktikum besonders gut?

Ich kann bei allen Arbeitsschritten dabei sein und selber Baustellen abwickeln. Der Kontakt mit den vielen verschiedenen Leuten und die unterschiedlichen Arbeitsbereiche gefällt mir sehr.

Gibt es auch etwas, das Ihnen nicht gefällt?

Der Feierabendstau ;)

Welche weiteren Zukunftspläne haben Sie?

Ich möchte bei der Max Fischer AG mein Praktikumsjahr erfolgreich abschliessen und danach mit vollem Elan das dritte Jahr der Bauführerausbildung absolvieren. Danach plane ich meine berufliche Zukunft weiter in der Baubranche. Ich werde wieder im elterlichen Betrieb einsteigen.

Porträt:
Julian Steiger, 25 Jahre alt, Wohnort: Unterentfelden

Vorheriger Artikel
Nächster Artikel