Neuer Dachstock und moderner Innenausbau
Komplettumbau eines Lenzburger Altstadthauses

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Die Baustelle vor dem Altstadthaus in Lenzburg ist nicht zu übersehen. Was genau im Inneren des Hauses umgebaut wird, kann man jedoch nur ahnen. Die Max Fischer AG ist seit August 2017 mit ihren Fachleuten des Bereichs Bau im Einsatz. Im Dezember ist die Holzbauabteilung dazu gestossen.

Das über 100-jährige vierstöckige Geschäfts- und Wohnhaus wird einer kompletten Sanierung und Renovation unterzogen. Nach dem Umbau wird eine Radiologie-Praxis die Räume im Parterre sowie in den darüberliegenden zwei Etagen beziehen. Im Dachgeschoss wird attraktiver Wohnraum zur Verfügung stehen.

Edi Tschaggelar, Projektleiter Holzbau bei der Max Fischer AG, führt durch das Dachgeschoss und erklärt die Arbeiten, die er mit seinem Vier-Mann-Team ausführt: «In der ersten Phase haben wir alle Balken des Dachstuhls sowie alles, was im Dachgeschoss aus Holz war, komplett abgebrochen.»

Mass nehmen

Für die konkrete Umsetzung der Holzbauarbeiten waren genaue Masse notwendig. Edi Tschaggelar erklärt, weshalb das so wichtig ist: «Im zweiten Schritt haben wir mit einem Tachymeter alle Masse aufgenommen, die für die Holzbauabteilung von Bedeutung sind. Da die alten Mauern nicht mehr gerade standen, war das genaue Ausmessen erst nach der Offenlegung der Innereien möglich. Erst aufgrund unserer Vermessungen konnten wir die Holzbauarbeiten im Detail planen und mit den Plänen des Architekten vergleichen und abstimmen.»

Montage des neuen Dachstuhls

Der Projektleiter zeichnete die 3D-Pläne vor der Produktion des Dachstuhls und löste danach den Auftrag für die Herstellung des Dachstuhls aus. Nach der Lieferung an die Max Fischer AG erfolgte die Vormontage der Lukarnen in der Werkstatt. Mittels Lieferwagen wurde der komplette Dachstuhl zur Baustelle in die Lenzburger Altstadt transportiert.

Im nächsten Arbeitsschritt wurde der Dachstuhl mit dem Baustellenkran in die Höhe gehievt, aufgerichtet und justiert. Nach dem Aufrichten wurde das Unterdach montiert. Dies musste sofort geschehen, damit kein Regen ins Innere gelangte.

Danach wird das Dach zwischen den Sparren (= Dachbalken) gedämmt und eine Dampfbremse sowie ein Lattenrost montiert. Die Dampfbremse schützt die Dämmung vor schädlichem Kondenswasser und ist deshalb sehr wichtig. Die darauf montierten Gipsplatten bilden den Abschluss an Wänden und Decken.

Die Herausforderungen

Die Holzbauabteilung musste ihre Konstruktionen und Arbeiten vor Ort fallweise anpassen, da die alten Mauern zum Teil schief stehen. Die alten Riegelwände werden weiterhin bestehen, werden aber durch die Holzkonstruktionen mit Gipswänden verdeckt. Nach dem Umbau werden alle Decken und Wände perfekt aussehen – und im Lot stehen.

Während der Umbauphase mussten die neue Dachstockkonstruktion sowie das Obergeschoss mittels Blachen vor Regen, Wind und Schnee geschützt werden.

Auch die Aussenfassaden des historischen Altstadthauses werden überarbeitet. Aufgrund der Vorgaben des Heimatschutzes werden sie ihren Charakter jedoch beibehalten.

Die Arbeiten an diesem historischen Altbau werden ungefähr bis Ende Mai 2018 dauern. Bis dann wird die Max Fischer AG noch verschiedene Arbeiten ausführen, damit sich das Gebäude wieder wie neu präsentieren kann.